[DE] Über ein skurriles Schloss, ein wässriger und sandiger Ritt und ein wunderschöner Anblick…

[EN] About a bizarre castle built by one man, a wet and sandy ride and a magnificent view…

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[DE]

Zusammen mit Pascal und Janine sind wir aufgebrochen, um das Bishop’s Castle anzuschauen. Bishop fing vor vierzig Jahren an, das Schloss selbst zu bauen, mit irgendwelchen Materialien die ihm in die Hände fielen. Noch heute wird daran gebaut, ein wahrlich skurriles Bauwerk und bestimmt nicht TÜV geprüft.

Nach dem kurzen Besuch auf den Türmen des Schlosses (ich habe nur den kleinen Turm mit Steintreppen bestiegen, die selbst zusammen geschweissten Gittertreppen sind dann doch zu viel für meine “Liebe” zu Treppen mit Durchsicht) stand ein offroad Track zu den Great Sand Dunes auf dem Plan. Ich habe Pascal und Janine einen kurzen Vorsprung gewährt (ok, ich wollte einfach noch eine “Ziggi” rauchen), ich würde sie dann einholen wenn sie eine Pause machen. “Folge einfach der blauen Track Linie auf dem GPS” sagte Pascal. “Klar, kein Problem!”. Allerdings habe ich gleich die erste Verzweigung auf den Track verpasst und bin so der Linie in die falsche Richtung gefolgt. Handyempfang gibt es abseits von Städten sowieso nicht, also fuhr ich einen Umweg über Highways um später wieder auf den Track aufzuspringen.

Als ich wieder am Track angekommen bin, führte dieser direkt in ein “private property”, allerdings entgegengesetzt zu der Ranch des properties. Also noch kurz einen Hinweis in Form eines schweizer Kreuzes mit Pfeil auf den Boden gekrizelt und los. Aber schon nach kurzem stellte sich heraus, dass dort wo der Track langzeigte vielleicht vor hundert Jahren mal eine Strasse war, nun längst von dichtem Grün überwuchert. Ein kurzer Umweg über die Ranch würde allerdings gleich wieder auf den Track führen. Bei der Ranch fragte ich den Bauern, ob er zwei Motorradfahrer mit dem selben Motorrad gesehen hat. “No”. Wäre es denn ok, wenn ich die Strasse weiter fahr um wieder auf meinen Track zu gelangen? “No, private property”. Immerhin wurde nicht gleich auf mich geschossen und der Farmer sagte mir, wie ich über den Highway auf eine Country Road käme, um direkt zu den Sand Dunes zu kommen, ohne einen riesigen Umweg fahren zu müssen.

Die Country Road war eine schöne Schotterpiste, gemütlich zu fahren. Erst beim Anstieg auf den Medano Pass gab es ein paar sehr steile Spitzkehren, allerdings kein Problem für meine DR. Oben auf dem Pass wurde der Aufstieg wiederum mit einem herrlichen Ausblick gebührt.

Beim Abstieg auf der anderen Seite wurde die Piste erst zunehmends steiniger und teilweise auch sandig. Ausserdem wurde ich mit mehr Flussquerungen konfrontiert als in meinem ganzen Leben bisher. Sicherlich 10 Stück davon innerhalb weniger Meilen. Langsam ziehte die Sonne Richtung Horizont, ich wollte unbedingt vor Dunkelheit wieder auf der Strasse sein. Allerdings wurde die Piste von Meile zu Meile sandiger, durchzogen von tiefen Furchen von Offroad-Trucks, die Wasserpfützen wurden schlammiger und meine Schweisstropfen grösser. Oft debatierte ich, ob ich anhalten solle um von der schönen Berglandschaft Fotos zu machen, aber ich wollte auch keine Zeit verlieren. Das letzte was ich wollte, war in irgendeinem Schlammloch bei Dunkelheit festzustecken. Dennoch gewann meist die Kamera die Debatte.

Ich kam langsam um eine sandige Kurve und erblickte vermutlich das schönste Landschaftsbild, das ich in den letzten Jahren gesehen habe: Grosse wuchtige Sanddünen schauten zwischen der grünen waldlandschaft Colorados hervor. Was für ein Anblick! Für einen Moment vergass ich meine Erschöpfung und Sorgen.

Aber es half ja nichts, ich wollte immer noch vor Anbruch der Dunkelheit wieder Asphalt unter den Reifen haben. Der gefurchte Sand wurde allerdings immer tiefer und es kostete mich viele weitere Schweisstropfen um mich durchzukämpfen. Ach, was für eine Erlösung wenn es für einen kurzen Moment steinig wurde, egal wie gross diese waren!

Dann ein kurzer Schockmoment: Vor mir eine riesige Schlammpfütze über die ganze Strasse. Niemals würde ich mit meinen Reifen da durch kommen! Muss ich nun den ganzen Weg wieder zurück?

Natürlich nicht, es gibt ja immer eine Alternative. Gleich erkannte ich die Truck-Spuren die einfach durch die Büsche um die Pfütze herum führten. Zur Sicherheit bin ich diese aber erst mal zu Fuss abgelaufen. Der Sand war lose, aber es schien machbar, eine andere Wahl hatte ich dann ja doch nicht.

Als ich endlich, schweissgebadet, wieder auf der Strasse war, war auch mein 3 Liter Trinkbeutel beinahe komplett leer. Endlich konnte ich wieder telefonieren und Pascal erreichen, sie waren gerade auf dem geplanten Campingplatz angekommen, wohin ich mich dann auf den weg machte, um auch von ihrer Abenteuer-Tour mit Sackgassen etc. zu hören.

Es war eine anstrengende Fahrt über den Pass, nicht nur körperlich sondern manchmal auch mental. Aber der wunderschöne Anblick der geschwungen und riesigen Sanddünen bei perfektem Sonnenstand waren es wert!

 


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[EN]

Together with Pascal and Janine I headed to see the Bishop’s castle. One guy started fourty years ago to build this castle on his own, with whatever materials he could find. It is still under construction.

After the short visit to the castle I gave Pascal and Janine a little heads up (ok, I was just smoking a cigarette) to catch up with them later. “Just follow the blue track line on the GPS”. Sure, I can do that. However I missed the first turn on the blue line and followed it in the wrong direction and I had to take a on-road detour until the highway would cross the track again.

When I hit the off-road track again, it was leading into a private property, but I thought I’m gonna head through anyway. However the track led to a section where there was a dirtroad maybe a hundred years ago, long grown over with grass and flowers. So I decided to head up to the ranch just to meet up with the track after the ranch. Up there I was asking the farmer if he had seen two guys with the same motorcycle. He’s answer was no. The answer to the question if I could continue around the corner to get back to my track: No, private property. At least he gave me directions down the highway to take a country road to cross the mountains to get to the Great Sand Dunes National Park.

The country road was a great and easy dirt road. Only when it started to ascend to the Medano pass there were a few quite steep switchbacks, not a problem for my DR though. On top of the pass I could enjoy a beautiful view once more.

Starting the descent of the pass made things much more interesting. I hit one creek crossing after another, probably around ten within just 6 miles. The ground was slowly starting to switch from rocky to sandy, oh yeah, how I love sand…! Before each creek crossing I thought about packing my electronics in waterproof bags, but it was getting late and I wanted to be out of the wild before the sun set. The closer I got to the Great Sand Dunes, the deeper the sand and the muddier the creek crossings. I did have the thought several times how shitty it would be to get stuck up there alone and almost in the dark.

I fought myself through the sandy turns with deep tracks from trucks, which didn’t make things easier. Many times I stopped arguing with myself wheter to take a picture of the landscape or not to lose time to get out of there before dark. Mostly the camera won the battle.

I came around a turn and what I saw was the probably most beautiful landscape ever: Large sand dunes peeking through in between the green of the mountains. I was simply amazed and all the sweat and effort were suddenly feeling worthwile.

However the sand on the track got worse and I was advancing slowly since I didn’t feel in the mood having to pick up my loaded DR in the sand while I was already feeling exhausted. The worst (short) moment was when I hit a huge and muddy puddle blocking the road ahead. “Oh my god, I will never get through with those tires!” I thought. Fortunately I could follow the tracks of some trucks going around the puddle through the bushes, wasn’t the easiest with all that sand but doable.

When I finally hit the road again, my 3 liter water bladder almost empty, I headed to the campground where we wanted to camp that night to meet up with Pascal and Janine again. They also had an adventourous ride with dead ends etc…

It was a hard and somewhat mentally difficult ride for me, but reaching the Great Sand Dunes made it definitely worth it!